Geografie-Leistungskurs in Madrid
Wir, der Geografie Leistungskurs von Herrn Papaja, waren vom 29. Juni bis zum 03. Juli 2015 im Zuge unserer Kursfahrt in Madrid. Unser Kurs bestand aus einer Geografin, 10 Geografen, sowie Herrn Papaja und Herrn Heinemann. Die Tage verbrachten wir in den Straßen, Museen und Cafés Madrids, die kurzen Nächte in einem zentral gelegenen Hostel. In Madrid gab´s die volle Packung Kultur: Stadtgeschichte in Verbindung mit Kunstgeschichte dieser europäischen Metropole. Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick in unsere Kursfahrt geben:
1. Palacio Real 2. Plaza Mayor 3. Puerta del Sol 4. Plaza de Espana 5. Museo del Prado 6. Reina Sofia 7. Casa de Campo 8. Templo de Depod
1. Die Mauren in Spanien und Madrid
Die Ursprünge Madrids und des Königspalastes gehen auf die Zeit der Maurischen Herrschaft in Spanien zurück. Die Mauren waren islamische Volksgruppen aus Nordafrika, die Spanien im Jahr 711 über Gibraltar eroberten. Damit begann eine über 700 Jahre lange Herrschaft, die ein goldenes Zeitalter für die Region darstellt. Das Reich der Mauren erstreckte sich bis weit in den Norden mit dem Zentrum im Gebiet des heutigen Andalusiens.
Dort, besonders in den Städten Cordoba, Sevilla und Granada, ist die Prägung Spaniens durch die Kultur aufgrund des sehr typischen Architekturstils heute noch am besten zu erkennen, z.B. die Giralda in Sevilla oder die Al-Hambra in Granada.
Die Architektur dieser Zeit ist eine Mischung aus orientalischen Elementen verschiedener Herkunft und der damals spanischen Tradition. Häufig wurden verzierte Säulen, Kuppeln und Gewölbe verwendet und Innenhöfe mit Wassergärten und Schattenspielen gebaut. Auch die typisch spanischen bunten Mosaike (Azujelos) haben dort ihren Ursprung.
In der spanischen Kulturgeschichte haben die Mauren also eine große Rolle gespielt und durch die wirtschaftlichen, architektonischen und wissenschaftlichen Fortschritte stark geprägt.
Allerdings wurden die Mauren durch die Christen mit Unterstützung des Papstes im Jahr 1212 bis Granada zurückgedrängt und endgültig erst Ende des 15.Jahrhunderts vertrieben.
856 bauten die Mauren an der Stelle des heutigen Königspalastes (Palacio Real) von Madrid einen Alcázar, eine Festung und Residenz eines Militärgouverneurs, mit dem aus der ländlichen Provinz die Garnisonsstadt Magerit entstand. Bereits 1085 wurde die Stadt von den Christen zurück erobert und unter der Herrschaft der Habsburger immer mehr zu einer Residenz umgebaut. Im Jahr 1734 brannte das alte maurische Gebäude ab und bald darauf wurde mit dem Bau des heutigen Palastes begonnen, der im Jahr 1764 fertiggestellt wurde.
2. Plaza Mayor
Die Plaza Mayor liegt mit ihren gigantischen Maßen von 129m x 94m und dem passend zur spanischen Nationalfarbe roten Anstrich der umliegenden Häuser mitten im Herzen von Madrid, in der direkten Nähe der Puerta del Sol. Das berühmteste und auch älteste Gebäude des Platzes ist die Casa de la PanaderÌa, das ehemalige Zunfthaus der Bäcker, welches im Auftrag Phillip II. noch am Ende des 16. Jahrhunderts errichtet wurde. Im Zentrum des Platzes steht eine Statue von Phillip III., dem Vollender des Platzes.
3. Puerta del Sol
Die Puerta del Sol ist einer der bekanntesten Plätze Madrids und das geografische Zentrum Spaniens, gekennzeichnet durch den Nullkilometerstein, welcher den Mittelpunkt der sechs Hauptnationalstraßen Spaniens darstellt. Denn diese verlaufen sternförmig in alle Himmelsrichtungen durch Spanien. Unterdessen lässt sich das Wappenzeichen Madrids, ein Bär an einem Erdbeerbaum, auffinden. In der Mitte des Platzes kann man die Statue von Karl III. bewundern, obwohl der Auftraggeber des Platzes Karl V. war, der erste spanische König aus dem Hause Habsburg, während Karl III. ein Bourbone war. Zudem befindet sich das Rathaus an diesem Platz.
Karl V. (reg. 1516 – 1556):
Erster spanische König aus dem Hause der Habsburger und zugleich auch Kaiser des Heiligen Römischen Reiches zu dieser Zeit. Unter seiner Herrschaft wurde Spaniens Großmachtstellung in Europa gefestigt, während er zugleich die Kronen von den spanischen Herzogtümern Kastilien und Aragon in einer Person vereinte.
Karl III. (reg. 1759 - 1788):
Erster spanische König, der aus dem Hause der französischen Bourbonen stammt. Auch ließ er wie seine Vorgänger viele Städtebaumaßnahmen durchführen, vor allem in Madrid, wo er öffentliche Abwassersysteme und prächtige Bauten wie den Museo del Prado in Auftrag gab. Durch die Bautätigkeiten erhielt er den Beinamen „Bester Bürgermeisters Madrids“.
4. Plaza de Espana
Das Denkmal von Miguel Cervantes ist zentral auf der Plaza de España gelegen. Sie ist einer der bekanntesten Plätze Madrids zwischen der Altstadt und dem modernen Madrid. Es liegt zwischen zwei Wolkenkratzern, dem Edificio España und der Torre de Madrid. Ursprünglich war dieses Gebiet ein Ort außerhalb der Stadt. Später wurde das Gebiet unter dem Namen Leganitos Prado bekannt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Gebiet vom spanischen Militär als Kasernenstützpunkt genutzt. Später überließ das Militär, nachdem die Kaserne abgerissen wurde, das Areal der zivilen Nutzung, weil Madrid sich immer weiter ausdehnte.
Im frühen 20. Jahrhundert wurde der Platz neu gestaltet und erhielt die Monumentalität, die ihn heute noch charakterisiert. Geplant waren eine Erweiterung des Platzes und die Errichtung eines Cervantes-Denkmals sowie repräsentativer Gebäude, die in ideologischer Übereinstimmung mit dem Namen des Platzes und der patriotisch-nationalistischen Gesinnung der damaligen Zeit stehen sollten. Der Entwurf des 1928-1930 errichteten Cervantes-Denkmals stammt von den Architekten Rafael Martínez Zapatero und Pedro Muguruza, die Skulpturen von Lorenzo Coullaut Valera.
Vor der Säule sitzt der berühmte Dichter erhaben auf einem stilvollen Stuhl. Sein Blick fällt auf eine Bronzemedaille und auf zwei kleinere Reiterstatuen, welche den Protagonisten Don Quijote (auf dem Pferd) aus dem gleichnamigen Roman sowie seinen Diener Sancho Panza (auf dem Esel) darstellen. Auf der anderen Seite der Säule ist ein halbkreisförmiger Brunnen zu sehen. Über dem Monument ragt eine Weltkugel, in der alle fünf Kontinente abgebildet sind – eine Allegorie auf die weltweite Verbreitung der spanischen Sprache.
Der Bau des Denkmals wurde erst in den 1950er Jahren vollendet. Parallel dazu wurden das Edificio España (1953) und die Torre de Madrid (1957) erbaut, was dem monumentalen Charakter des Platzes vollendete.
5. Museo del Prado
Zu den bekanntesten Werken des Prados gehören die Ölgemälde „Die nackte und die bekleidete Maja“ des spanischen Maler &Grafikers Francisco Jose de Goya (1746-1828). Der Name beruht jedoch auf einen Übersetzungsfehler, denn das spanische Wort Maja ist kein Eigenname, sondern bedeutet >die Schöne<. Die beiden Bilder waren früher durch ein Scharnier hintereinander befestigt, sodass man nicht gleich die nackte Maja sah. Denn selbst im 18. Jahrhundert galt Aktmalerei noch als skandalös!
Doch wer ist die nackte und die bekleidete Maja? Überlieferungen zufolge ist sie die Herzogin von Alba (1762-1892). Francisco José de Goya führte eine Affäre mit ihr, die jedoch nur von kurzer Dauer war, da die Herzogin einen abenteuerlichen und ausgelassenen Lebensstil präferierte. Sie tauchte auf vielen seiner Gemälde auf, da er bei ihr eine Anstellung als Hofmaler hatte. Die Herzogin war eine Gesellschaftsdame von hohem Rang. Sie und ihr Mann gehörten zu den reichsten Eheleuten Spaniens. Außerdem galt sie als unfassbar schön und anziehend. Jedoch war sie auch eine Dame, die sich ihrer Reize bewusst war und so schrieb ein Chronist über sie: “Sie habe kein Haar auf ihrem Kopf, dass nicht die Begierde aufstachelt”.
6. Reina Sofia
Das Museum Reina Sofia ist das spanische Nationalmuseum und Zentrum der Künste der Königin Sofia (Namensgeberin für das Museum). Das Museum entstand aus der Fundacion Reina Sofia (private Kunstausstellung, heue Alzheimer Stiftung), die 1977 gegründet wurde und hat neben der großteils modernen Kunstausstellung (welche die des Prados erweitert) eine Bibliothek mit über 40.000 Werken aus dem 20. Jhd. beinhaltet.
Das bekannteste Gemälde im Museo Reina Sofia ist Picassos Guernica. Dieses Bild ist eng mit dem Namen Franco verknüpft: Francisco Franco war ein spanischer, militärischer Diktator von 1939 bis 1975 (†), der durch einen Staatsstreich gegen die republikanische Regierung 1936 an die Macht kam. Von 1936 bis 1939 herrschte der spanische Bürgerkrieg und unter dem Ziel Francos alle politischen Gegner auszulöschen wurden viele Städte bombardiert (unter anderem die Stadt Guernica). Auf dieses Ereignis hin entstand Picassos Bild “Guernica”.
Pablo Picasso (1881-1973):
War ein bedeutender spanischer Maler, Grafiker, Bildhauer und Keramiker und zeigte schon im jungen Alter ein Interesse an Kunst. Seine Werke wurden schon recht bald bekannt und geschätzt. Er gilt heute als bedeutendster Künstler des 20. Jahrhundert und Wegbereiter für die Moderne Kunst. Als Reaktion auf den spanischen Bürgerkrieg und die Bombadierung der Stadt “Guernica” schuf er das gleichnamige Anti-Kriegs Gemälde. Es ist eines seiner berühmtesten Werke. Das Ölgemälde stellt auf 27 m² schreiende Menschen und Tiere, die das Chaos und Leid der bombardierten Stadt in Form von Kälte und Dunkelheit darstellt.
7. Casa de Campo
Am Donnerstag, den letzten Tag vor unserer Abfahrt, machten wir einen Ausflug in den Park „Casa de Campo“ im Westen Madrids. Es ist der größte Park Madrids mit 17,2 km² und wurde der Bevölkerung 1931 als Erholungsort überlassen. Vorher war er im Privatbesitz der Königsfamilie und diente als Jagdrevier. In ihm befinden sich viele Freizeit- und Sporteinrichtungen, wie z. B. ein Vergnügungspark oder ein Zoo, aber auch Teile des Messegeländes IFEMA. Auf dem Hinweg nahmen wir die Seilbahn „Teleférico“, die den Manzanares überquert und auf einen kleinen Hügel führt. Von dort aus hatten wir einen sehr schönen Blick über den Park und auf Madrid.Wir besuchten anschließend ein Schwimmbad und schauten uns den Park an. Der Park ist ein schöner Kontrast zur Innenstadt. Er ist sehr weitläufig gestaltet und erinnert im trockenen Sommer sehr an eine Savanne. Man kann ihn wirklich sehr gut zum Erholen nutzen und es war ein schöner letzter Abend unserer Kursfahrt.
8. Templo de Depod
Der Tempel von Debod ist ein in Madrid wiederaufgebauter altägyptisch-unternubischer Tempel. Ursprünglich stand er seit dem frühen zweiten Jahrhundert v.Chr. an den Ufern des Nils, südlich der Insel Philae. Die kleine Kapelle wurde zu Ehren des Gottes „Amun von Ta-hut“ ließ der nubische König Adikhalamani von Meroe errichten. Im Jahr 1968 schenkte die ägyptische Regierung den Tempel an Spanien zur Rettung vor Flutungen durch den Bau eines Staudammes zur Anerkennung der Hilfe Spaniens bei der Rettung eines anderen Tempels. Nun ist dieser seit 1972 öffentlich zugänglich und eine einzigartige Sehenswürdigkeit altägyptischer Architektur in Spanien.
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„Ohne Begeisterung schlafen die besten Kräfte unseres Gemütes. Es ist ein Zunder in uns, der Funken will.“
Johann Gottfried Herder