Zero-Robotics Finalfahrt 2016

Das ZeroRobotics-Team „Herder-Berlin“ hatte vom 24.-26.Januar 2016 eine interessante zweitägige Wettbewerbsfahrt zum Final-Event des 2015er-ZeroRobotics-Wettbewerbs ins Euro Space Center im belgischen Redu erlebt. Ein Highlight war die Besichtigung der Kontrollstation im ESA Redu Centre.

Für diese Fahrt hatte sich das Team nach mehreren Monaten Programmierarbeit, K.O.-Runden im Wettbewerb und einer internationalen Allianz qualifiziert. Damit gehört das Team unserer Schule in diesem Wettbewerbsjahr zu den besten 42 internationalen Teams von ursprünglich 171 angetretenen Teams.

Die Fahrt zur Finalveranstaltung nach Belgien wurde finanziell unterstützt vom Forschungszentrum MATHEON, welches auch während der Wettbewerbsphase von September bis Dezember 2015 alle Berliner ZeroRobotics-Teams unterstützt und koordiniert hatte. Vielen herzlichen Dank dafür!

Sonntag, 24.1.2016 - Anreise

Gegen 9:00 Uhr haben sich die ersten von uns voller Vorfreude am S-Bahnhof Charlottenburg getroffen. Mit der Regionalbahn sind wir dann zum Flughafen Schönefeld gefahren, unterwegs sind weitere Team-Mitglieder zu uns gestoßen. Bis auf Probleme mit dem Anschlussfahrausweis verlief dieser erste Schritt glatt, auch der Flug bereitete keine großen Probleme: Pünktlich um 13:15 Uhr sind wir in Brüssel gelandet.

Dort hatten wir bis zum Bus-Transfer nach Bouillon um 16:00 Uhr noch ausreichend Zeit. Daher ging es zum Mittagessen in die Filiale einer amerikanischen Pizza-Kette, immer unter den wachsamen Augen von Soldaten.

Zwei Busse sollten uns zur Jugendherberge in Bouillon bringen – unser Bus ist dort pünktlich nach 1,5h angekommen. Der zweite Bus ist jedoch kurz nach dem Start liegen geblieben und erst am sehr späten Abend (nach 23:00 Uhr, geplant war 18:30 Uhr) in der Jugendherberge angekommen. Nach dem Abendessen – Hühnerfrikassee mit Pommes – fiel deshalb die geplante Einführung und Teamvorstellung aus.

Bouillon ist ein kleiner Ort am Fluss Semois, der an der Spitze einer Landzunge liegt. Er ist umgeben von recht steilen und hohen Erhebungen, an dem Ende der Landzunge liegt auf einem Felsen die Burg von Bouillon. Unsere Jugendherberge lag auf einem der Berge, wir hatten daher vom Essensbereich mit Panoramafenstern und unserem Zimmer einen sehr schönen Blick – nur leider nicht mehr an diesem Abend, da es schon zu dunkel war. Nur die Leuchtbänder der Burg ließen Bouillon erahnen.

Montag, 25.1.2016 - Der eigentliche Wettbewerb und Rahmenprogramm

Nachdem wir uns um 5:40 Uhr aus den Betten gequält hatten, ein mehr oder weniger kleines Frühstück – immer noch ohne Blick auf Bouillon – hatten, ging es mit dem Bus um 6:40 Uhr zu dem Euro Space Centre. Dort gab es um 7:40 Uhr eine Einführung in das Event, Erklärungen zum Finalablauf und einige Worte zum Centre.

Um 8:30 Uhr wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und diese noch einmal in Gruppen von etwa 10 Personen. Unsere Gruppe erhielt zunächst eine Führung durch das Centre. Nach einigen sehr entspannten Minuten in einer Mini-Sternwarte ging es zu Modellen von Raketen und dem Columbus-Modul (europäischer Teil der ISS), das im Space Center sogar größer als in der Realität ist, da die ESA aufgrund von Geldmangel das reale Modul kurzfristig kleiner gebaut hat.
Auch ein cooler Stoff wurde uns gezeigt: Man kann das Metall verbiegen wie es will, nach Kontakt mit Heißluft biegt es sich in seine ursprüngliche Form zurück. Zunächst für Satelliten zum Ausklappen der Sonnensegel gedacht, findet es heute Anwendung in Zahnspangen.

Teamfoto im ESA Space Center

Das Herder-Team vor einem Modell-Space-Shuttle im ESA Space Center

Zum Ende ging es zum absoluten Highlight des Centre: Ein lebensgroßes Modell eines Space-Shuttle, das einzige Modell auf europäischem Boden. Vor den Triebwerken stehen zu können, den Frachtraum von innen sehen und einen Blick in das Cockpit werfen – respekteinflößende Momente.

Um 11:00 Uhr hat dann das eigentliche Finale begonnen: Eine Live-Schaltung zur ISS mit zwei Astronauten (US-Amerikanisch und Russisch), zum MIT in Boston, wo die amerikanischen Teams versammelt waren, und nach Australien. Die Finale dauerten dann etwa drei Stunden, wir konnten zwischendurch Sandwichs, Belgische Waffeln und Kuchen essen. In den Pausen, in denen die ISS nicht erreichbar war, stellte sich ein ehemaliger Astronaut am MIT einigen Fragen.

Bei den Finalspielen spielten jeweils Gruppen von drei Allianzen um den Gruppensieg, diese Sieger wiederum gegeneinander in K.O.-Spielen bis zum Finale. Wir haben mit dem Programm unserer Allianz SHA-2468 ein Spiel gewonnen und eins verloren und wurden damit zweiter in unserer Gruppe, sind daher an dieser Stelle ausgeschieden. Vor dem Finale gab es dann technische Probleme mit dem roten Satelliten – er hat sich nicht mehr zur Ausgangsstellung bewegt -, daher konnte dieses nicht stattfinden.

Der Preis für unsere Schule

Unser Team erhielt eine Teilnehmermedaille

Um 15:30 Uhr hat uns ein Bus dann zum ESA Redu Centre gefahren, ein Beobachtungs- und Kontrollzentrum für Satelliten der ESA. Zahlreiche Antennen ermöglichen den Empfang der Signale für Wissenschaft und Industrie. Unsere Führerin brachte uns zur Kontrollstation dreier kleiner (kühlschrankgroßer) Satelliten, die unter anderem täglich die Vegetation auf der Erde beobachten. Zum Ende ging es noch in einen Klassenraum mit Lego-Robotern.

Lego-Roboter auf einer Mars-Oberfläche
Ein Lego-Roboter auf einer Marsoberfläche im ESA Redu Centre
Eine der zahlreichen Satelliten-Schüsseln des ESA Redu Centre
Eine der zahlreichen Satelliten-Schüsseln des ESA Redu Centre

Nach dem Abendessen – immer noch ohne einen Blick auf die Stadt geworfen zu haben – ging es zu einer Burgführung. Unsere Führerin hat Deutsch gesprochen und so sind wir etwa eine Stunde im Fackelschein - mit interessanten Erläuterungen zur Burg-Geschichte und der Festungsgänge - durch die Burg gewandert.

Fackelwanderung in der Burg von Bouillon

Fackelwanderung in der Burg von Bouillon

Dienstag, 26.1.2016

Endlich konnten wir die Burg und Stadt bei Tageslicht sehen: Die Sonne warm zum vergleichsweise späten Frühstück um 8:00 Uhr bereits aufgegegangen. Gut gestärkt fuhren wir nach dem Packen mit dem Bus wieder zurück zum Flughafen. Dort packten wir nur schnell unserere Koffer in Schließfächer und es ging direkt mit dem Bus weiter zum Atomium.

Das Atomium

Das Atomium

Das Atomium liegt etwas außerhalb auf dem Gelände der ehemaligen Weltausstellung von 1958 – wozu es auch gebaut wurde. Vor dem Atomium erwarteten uns die bereits bekannten Soldaten. Innerhalb befindet sich eine Ausstellung zur Weltausstellung und zum Bau des Atomiums, sowie viele Rolltreppen mit kunstvoller Beleuchtung. In der höchsten Kugel erwartete uns ein toller Ausblick auf die (Alt-)Stadt und ein Café mit gesalzenen Preisen. Ein Atom des übergroßen Eisen-Moleküls (sprich eine Kugel des Atomiums) beherbergt eine Übernachtungsmöglichkeit für Schulklassen. Wir aber mussten langsam an das Zurückkehren denken und sind daher noch einmal durch einen Park spaziert, um schließlich auf einer Anhöhe noch einen Blick auf das Schloss werfen zu können. Nach mehreren Gruppenfotos ging es zurück zum Bus und schließlich zum Flughafen.

Das Belgische Königsschloss

Das belgische Königsschloss

Mit etwas Verspätung – als Großzügigkeit gab es Gratis-Wasser – sind wir gestartet und pünktlich in Berlin gelandet. Um 22:00 Uhr endete dann schließlich das Abenteuer Zero Robotics 2015/2016 im Airport Express. Eine wirklich beeindruckende und prägende Erfahrung, die Lust auf eine Teilnahme im nächsten Jahr macht!

Ein letztes Gruppenfoto

Ein letztes Gruppenfoto